Beste Kombinaton? Frisches Know-how mit reicher Erfahrung

Nur weil der 65. Geburtstag näher rückt, heißt das nicht, dass mit der Arbeit Schluss sein muss: Wer möchte, kann den Pensionsantritt aufschieben oder während der Pension etwas dazuverdienen. Auch im ipcenter haben etliche Beschäftigte Lust auf den Unruhestand: Ein Deutschtrainer zum Beispiel ist zwar bereits pensioniert, nimmt aber immer noch Prüfungen im Rahmen des Österreichischen Sprachdiploms (ÖSD) ab. Andere ipcenter-Beschäftigte wählen einen sanften Übergang, indem sie zunächst in Altersteilzeit gehen.

In jedem Fall bleibt der immense Erfahrungsschatz, den sie über viele Jahrzehnte angesammelt haben, weiterhin zugänglich. „Wir haben sehr viele ältere Beschäftigte, von denen etliche dem Unternehmen auch über das Pensionsalter hinaus verbunden bleiben“, sagt Geschäftsführerin Monika Kovacs. Ein inklusiver Ansatz, bei dem ältere Beschäftigte als wertvoller Teil eines Unternehmens betrachtet werden, sei gerade für ein Weiterbildungsunternehmen wie dem ipcenter wichtig. „Wir möchten ein Vorbild sein und zeigen, dass Buntheit zur Gesellschaft gehört und Vielfalt einen Mehrwert hat.“ Im sozialen Austausch lasse sich so das Neue erhalten und die Neugier bleibe aufrecht. Wie Inklusion unter dem Aspekt der Zugehörigkeit zu verschiedenen Altersgruppen gelingen kann, wird im ipcenter zurzeit auch im Rahmen des Projekts IntegrAGE untersucht, an dem 15 Partner:innen aus zehn Donauländern beteiligt sind.

Im ipcenter selbst ist rund ein Drittel der Beschäftigten älter als 50. „Je länger ein Unternehmen besteht, desto älter wird tendenziell die Belegschaft. „Wir sind sehr stolz auf die lange Betriebszugehörigkeit vieler Mitarbeiter:innen“, sagt Monika Kovacs. Manche von ihnen wie beispielsweise Isabella Bosch, Leiterin der Abteilungen Implementation und Human Resources, oder Michael Bader, Mitarbeiter in der EDV-Abteilung und Betriebsratsmitglied, sind bereits seit den Unternehmensanfängen dabei und haben die Organisation von Beginn an mitgeprägt.

Porträt von Monika KovacsAuf der anderen Seite sind die Jüngeren vor allem durch das Angebot der Überbetrieblichen Lehrausbildung ebenfalls stark vertreten: Rund 450 Lehrlinge  werden zeitgleich in den Bereichen Augenoptik, Hörgeräteakustik, Medien, Frisuren und Kosmetik ausgebildet. Gerade diese Mischung erlebe sie als sehr bereichernd für das Unternehmen, sagt Monika Kovacs: „Die Kombination führt uns zu einem besseren Ganzen.“ Während die Älteren neben reicher Erfahrung und vielen unterschiedlichen Qualifikationen oft ausgezeichnete sprachliche und kommunikative Fähigkeiten mitbrächten, würden die Jüngeren, die gerade erst die Schule abgeschlossen haben, über ein frisches Know-how verfügen, das fehlende Praxis ausgleichen könne. Außerdem sind sie oft technikaffin: „Im Leben der Jüngeren sind Dinge wie die KI viel präsenter, junge Menschen haben davor meistens keine Hemmungen, sondern bringen einen natürlichen Zugang mit.“ Das sei gerade jetzt, wo sich die technische Entwicklung immer dynamischer verlaufe, von großem Wert.

Social Media aktiv zu nutzen sowie online zu arbeiten und zu lernen, könnten Ältere daher sehr gut von Jüngeren lernen. Umgekehrt sei die Einstellung zur Arbeit und zum Leben etwas, das sich die Jüngeren von den Älteren abschauen könnten: „Lebenserfahrung bringt die Erkenntnis mit sich, dass negative Erfahrungen umgelenkt werden und aus Misserfolgen positive Dinge entstehen können“, meint Monika Kovacs. Auch Resilienz und die Fähigkeit, nach jedem Hinfallen wieder aufzustehen und weiterzugehen, würden sich oft erst mit den Jahren entwickeln.

Voneinander zu lernen ist das eine, zusammen zu lernen das andere: In der internen Weiterbildung sollen künftig im Bereich KI mehr Impulse gesetzt und damit ausdrücklich alle von Jung bis Alt angesprochen werden. „Es macht einfach mehr Spaß, sich gemeinsam mit diesem Thema auseinanderzusetzen“, sagt die Geschäftsführerin. Das wöchentliche Yoga richtet sich ebenfalls an alle Beschäftigten – jeden Montagabend rollen Yoga-Schüler:innen von 20 bis 60 Jahren  ihre Matten im Aktionsraum aus und trainieren so auch noch nach der Arbeit das generationenübergreifende Miteinander.